Ich war mal ein normaler Angestellter ohne große Ansprüche. Das Leben floss endlos dahin und ich war ein braver Konsument. Ich war – wie viele – ein Schlafender. Doch im Jahr 2008 trat ein Mensch in mein Leben und erschütterte meine Sicht auf die Welt. Er ist auch dafür verantwortlich, dass ich mich auf den Weg zu meinem Karma-Business machte. Ihm widme ich diesen ganzen Artikel und leider kann ich ihm noch nichts davon sagen.

Es war einmal

Wir schreiben das Jahr 2007 und ich arbeite als Administrator. Jeder Werktag ist mehr oder weniger Routine. Morgens fahre ich zur Arbeit; mit dem Zug um Zeit für mich und meine Gedanken zu haben. Tagsüber löse ich technische Probleme und sorge dafür, dass die Programme laufen. Abends fahre ich dann nach Hause und verbringe noch einen schönen Abend mit meiner lieben Frau Michaela.

An manchen Abenden packen wir unsere Tanztaschen und setzen uns ins Auto. Denn irgendwo findet heute ein Square Dance statt. Vor allem am Wochenende sind wir bis spät abends unterwegs, um zu tanzen. Oder zu callen.

Denn schon seit wir 1999 mit dem Square Dance begonnen hatten, reizte mich die Rolle des Callers. Er ist Sänger, Choreograph und Tanzlehrer in einer Person und sorgt dafür, dass die Tänzer eine lustige und ansprechende Zeit haben.

Doch dann kam ER

In 2008 passierten gleich mehrere Dinge gleichzeitig, die mein Leben in eine andere Bahn lenkten. Mittlerweile glaube ich nicht mehr an Zufälle.

  • Mein erster Sohn Marlon erblickte das Licht der Welt
  • Ich belegte meinen NLP-Basis-Kurs

Auf der Suche nach einer Methode für Zeit- und Selbstmanagement kam ich mit NLP in Kontakt. Was ich dort lernte, eröffnete mir Blicke in eine bis dahin nicht gekannte Welt. (Zur Erinnerung: Bis dahin war ich ein IT-Nerd, der sich mit Frau und Häuschen auf ein gemütliches Leben bis zur Rente einrichtete 🙂 )

Wenn ich sage, NLP und viele andere Methoden für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung eröffneten mir eine neue Welt, was soll ich dann über die Geburt meines Sohnes sagen?

Er hob meine Welt aus den Angeln. Was vorher klar und deutlich war, wurde jetzt unwichtig. Bislang unwichtiges, fraß sich einen Weg durch meine Gehirnwindungen.

ein Vorbild sein – Was heißt das

Plötzlich war ich Papa. Natürlich bereitete ich mich gut vor. Las viele Bücher, nahm an Kursen teil und nutze 2 Monate Elternzeit, um ihm ganz nah zu sein. Denn:

Die Zeit mit meinem Sohn kommt nie wieder. Klick um zu Tweeten

Ich machte mir viele Gedanken über seine Zukunft. Wie würde er leben? Welchen Beruf würde er ergreifen? Wo würde er leben?

Und bei diesen ganzen Überlegungen gingen meine Gedanken weit zurück in meine Kindheit.

Wie war das bei mir? Als kleiner Junge orientierte ich mich daran, was mein großes Vorbild so sagte und machte. Hättest du mich damals gefragt: „Was willst du später werden?“ dann war meine Antwort: „Ich will Brückenprüfer und Bauingenieur werden! Wie mein Vater.“

Und in diesem Augenblick der Erkenntnis wurde mir klar:

Erziehung ist wichtig, aber Kinder orientieren sich an ihren Vorbildern. Klick um zu Tweeten

Und meine zweite Erkenntnis kann ich nur in Ruhrpottdeutsch schreiben:
Jetzt war ich voll im Arsch. 🙂

Denn da hatte mir das Leben eine raffinierte Falle gestellt. Ich wollte ein guter Vater sein, hatte mich aber bislang erfolgreich um wichtige Fragen des Lebens gedrückt. Doch das kam jetzt alles als dickes Paket postwendend zu mir zurück.

Was will ich? (für mein Kind?)

Stell dir bitte mal einen Luftballon vor! Und jeden Tag klebst du ein Blatt Papier mit Kleister von außen drauf. So ähnlich wie das Basteln einer Sankt-Martins-Laterne. Und du machst das 34 Jahre lang jeden Tag. Dann kann auch die hellste Kerze nicht mehr durchscheinen.

So ähnlich war das bei mir. Jahrelang hatte ich nach Außen gehorcht und mir sagen lassen, was für mich wichtig sein soll. Doch je mehr ich über mich, meine Bedürfnisse und meine Ziele lernte, desto größer wurden meine Zweifel an meinem bisherigen Lebensentwurf.

Ich wollte, dass mein Sohn selber über sein Leben bestimmen darf. Er sollte seine Fähigkeiten und Talente entdecken und einen Beruf finden, der in glücklich macht. Der ihn erfüllt.

Und mir selber gab ich damit die schwierige Aufgabe:

Finde (oder erschaffe) deinen Traumberuf und sei ein Vorbild für deine Kinder. Klick um zu Tweeten

Allerdings ist man als Angestellter so unfrei in Hinblick auf die eigenen Aufgaben.  Deshalb sah ich meinen Ausweg außerhalb des normalen Bürojobs.

Die Idee: Selbständig machen

Ja, ich könnte mich selbständig machen.
Doch dann tauchten direkt die nächsten Folgefragen- und Sorgen auf:

  • Womit mache ich mich selbständig?
  • Wer wären meine Kunden?
  • Würde das Geld reichen?
  • usw.

Inzwischen hatte ich auch den NLP-Master absolviert und dabei vieles über mich herausgefunden.  Und so kam ich auf die Idee, einen Blog zu eröffnen. Passenderweise ging es darum um die eigene Lebensvision. Alle meine Erfahrungen, Tools und Ideen veröffentliche auf www.Vision-Blog.Info.

Dabei kam ich auch das erste Mal mit WordPress in Kontakt. Und verliebte mich darin. Ich war in 2 Square-Dance-Vereinen Webmaster und schrieb damals noch die Webseiten direkt in HTML. Nach einem kleinen Umweg über Joomla blieb ich dann aber bei WordPress hängen und noch heute kenne ich nichts Besseres zum Aufsetzen einer Website.

Ich versuchte es mit einer Amazon-Partnerschaft und empfahl gute Bücher, passend zu den Artikeln, die ich schrieb. Allerdings überschätze ich die Anzahl an Besuchern. Und so wurde daraus kein Gelderwerb. Mittlerweile reicht es aber, um die laufenden Serverkosten zu decken.

die eigene Leidenschaft finden

Meinem Sohn wollte ich also vorleben, wie ich meine Leidenschaft zum Beruf oder zur Berufung mache. Doch was war meine Leidenschaft? Gar nicht so leicht. Es gab Einiges, was ich sehr gut konnte. Und auch ein paar Sachen waren darunter, die ich gerne machte. Aber Leidenschaft? War das der passende Begriff? Damals suchte ich meine Leidenschaft und rannte damit in eine total falsche Richtung für mich.

Denn ich habe eher ein „nordisches Naturell“ 🙂 Richtige Leidenschaftsausbrüche sind bei mir selten.

Bis ich den für mich passenden Begriff finden sollte, musste ich noch ein paar Hürden nehmen. Und die hingen sehr viel mehr mit Glaubenssätzen zusammen.

Das Problem: das sichere Polster

Gemeinsam hatten meine Frau und ich bereits ein gutes, sicheres Polster erarbeitet. Seit der Geburt von Marlon hatte sie ihre Stundenzahl reduziert, um Nachmittags für den Sohn dazu sein. So konnten wir alle Interessen unter einen Hut bekommen.

Und wenn man erst mal etwas hat, lässt man es auch ungerne los. Wenn ich mit Anderen über meine Gedanken sprach, hörte ich oft Sätze wie: „Was willst du denn noch? Sei zufrieden, mit dem was du hast!“

Dankbarkeit finde ich extrem wichtig. Ich bin für all das dankbar, was ich habe und bin. Und trotzdem war da noch immer diese Leere in mir, die mich antrieb. Das Gefühl war echt nicht prickelnd und ich fühlte mich zwischen zwei Polen hin- und hergerissen.

nebenberuflich selbständig machen

Also machte ich weiter. Neben dem normalen Beruf. Ich schrieb weiter Blogartikel und lernte ganz viel darüber, wie es im Web so läuft. Und ehrlich: das hört nie auf und ich finde das gut.

Dabei entdeckte ich eine ungeheuerliche Freiheit. Denn niemand hat von mir gefordert, das Ziel auf Knopfdruck zu erreichen.

Ich darf mir Zeit nehmen, Umwege in Kauf nehmen und auch mal die Landschaft genießen. Klick um zu Tweeten

Denn ich glaube, das gehört dazu. Wer wäre ich ohne meine Umwege?

die passende Geschäftsidee finden

Also beschäftigte ich mich weiter mit den Dingen, die mir Spaß machten und die mir leicht von der Hand gingen. Ich erkannte wieder, dass ich ein großes Spielkind in mir habe und bloggte eine Zeit lang auf …

Spieltriebwerk.de: Dort verwendete ich Bilder von meinen Lego-Figuren, denn Lego ist eine große Leidenschaft von mir. Und als ich dort meinem Spieltrieb nachgab, sprudelten wieder neue Ideen. Mich reizte die Idee eines smarten Geschäftsmodell. Also mit einem minimalen, funktionierenden Produkt zu starten und dieses dann entsprechend der Kundenwünsche anzupassen. Und so startete ich:

WP-Coach-Caddy.de: Da ich aus der IT komme, viel mir die Entwicklung eines WordPress-Plugin leicht. Aber ich wollte nicht mehr selber programmieren und entschied mich, einen Entwickler einzustellen. So entstand ein Plugin, mit dem Coaches in ihren Online-Kursen Eingaben ihrer Teilnehmer abfragen können.

Der WP Coach Caddy ist bislang noch nicht richtig durchgestartet und ich frage mich immer wieder warum. Solange konzentriere ich mich auf ein anderes Thema.

Unterwegs zum Karma Business

Early-Bird-Liste-Sinn-StiftenEs passierte bei der Blogparade zu Aha-Erlebnissen. Seit Wochen gab es in mir das Bedürfnis etwas über Aha-Erlebnisse zu schreiben. Und dann die Erkenntnis, warum sollte nur ich das machen. Also habe ich meine erste Blogparade ins Leben gerufen.

Und als Bonbon überlegte ich mir, die Erkenntnis jedes Teilnehmers als Skizze zu bebildern. Das kam so super an, dass ich jetzt einen Online Kurs zum Skizzieren erstelle. Das hätte ich nie planen können, aber ich bin mit dem derzeitigen Verlauf mehr als zufrieden. Denn wenn ich mir die Liste an Early Birds angucke, lese ich die Namen von super netten Kolleginnen und Kollegen aus dem Trainer- und Coaching-Bereich. Ich könnte mir keine bessere Gruppe für den Start wünschen.

Leidenschaft leben und dabei entspannt leben

Wie sieht also nun mein weiterer Weg zum Karma-Business aus? Meine ehrliche Antwort lautet: Ich weiß es nicht.

Aber ich kenne den Prozess seit mein Sohn mir vor 6 Jahren den Anstoß gab:
Ich folge meinem inneren Kompass und den Dingen, die mir Spaß machen. Ich tue dies öffentlich und sobald ich merke „da kann ich dienen“ starte ich einen Testballon.

Und ich freue mich auf den Zeitpunkt – irgendwann in der Zukunft – wenn mein Sohn groß genug ist und ich ihm endlich für sein Geschenk an mich danken kann. Danke Marlon.

david_signatur

Blogparade „Entspannt selbständig“

Fast wäre dieser Artikel nie entstanden. Als mich Simone einlud, bei ihrer Blogparade „Entspannt selbständig“ teilzunehmen, wollte ich schon ablehnen. Denn ich empfinde mich noch nicht als selbständig.

Aber dann überlegt ich nochmal. Und mir wurde klar: Die wenigsten Menschen kommen als Selbständige auf die Welt. Bei jedem ist es ein Prozess und dieser ist bei jedem individuell.

Und ich konnte endlich meinen Dank über das große Geschenk abschicken. Wann es zugestellt werden kann, steht noch aus. Solange werde ich weiter Marlons Vorbild sein, wenn er mich lässt. Und meinem zweiten Sohn Robin danke ich auch. Aber das ist einen weiteren Artikel wert.

Die Blogparade läuft noch bis zum 25.Oktober 2015. Wenn du selber einen Blog hast, nimm doch auch noch teil.

 

Blogparade „Vorbild“

In seiner Blogparade „Vorbild“ ruft Jörg Unkrig auf, über Vorbilder nachzudenken.

Da ich keinen besseren Artikel über Vorbilder schreiben könnte als diesen, verwerte ich diesen hier auch in einer zweiten Blogparade.

Danke Jörg, dass du zu so einem tollen Thema eine Blogparade gestartet hast.

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